Was braucht es eigentlich, um sich in der Schule sicher und wohl zu fühlen?

Mut? Selbstvertrauen? Menschen, die zuhören? Die Fähigkeit, eigene Grenzen wahrzunehmen und die Grenzen anderer zu respektieren? Oder vielleicht auch einfach jemanden, der einem im richtigen Moment ein Kompliment macht?

Mit diesen und vielen weiteren Fragen beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler der Grundschule „Albrecht Dürer“ während der diesjährigen Präventionswoche vom 07. – 11.09.2026. Bereits zum vierten Mal stand eine ganze Woche lang nicht der klassische Unterricht im Mittelpunkt, sondern das, was für ein gutes Miteinander mindestens genauso wichtig ist: Sich selbst und andere wahrnehmen, Verantwortung übernehmen, Konflikte lösen, Gefühle verstehen und in schwierigen Situationen handlungsfähig bleiben.

  1. „Ich“ – sich selbst wahrnehmen, stärken und für sich sorgen

Ein Schwerpunkt lag dabei auf der eigenen Person. In den Einheiten zu Körperwahrnehmung, Yoga und Entspannung konnten die Schülerinnen und Schüler bewusst zur Ruhe kommen und sich einmal ganz auf sich selbst konzentrieren.

Auch die Prävention rund um die „Gesunde Brotdose“ knüpft an diesen Gedanken an. Denn zu einem guten Umgang mit sich selbst gehört auch, den eigenen Körper mit dem zu versorgen, was er für einen langen Schultag braucht. Gemeinsam wurde überlegt, was eine ausgewogene und gesunde Pausenverpflegung ausmacht und welchen Einfluss, Essen und Trinken auf das eigene Wohlbefinden haben können.

Bei „Ich bin einmalig – du auch“ ging es um die Frage, was jeden Menschen besonders macht. Dass Wertschätzung nicht nur etwas ist, das man selbst erfahren möchte, sondern auch etwas, das man anderen schenken kann, zeigte sich in einer Komplimente-Runde, namens „Warme Dusche“.

  1. „Wir“ – miteinander umgehen

Doch wer sich selbst kennt und wertschätzt, ist noch lange nicht automatisch ein guter Teil einer Gemeinschaft. Wie gehen wir miteinander um, wenn es schwierig wird? Wie können Konflikte angesprochen werden, ohne dass daraus Verletzungen entstehen? Und wo beginnt eigentlich Mobbing? Die Schülerinnen und Schüler setzten sich mit diesen Fragen auseinander und beschäftigen sich dabei auch mit Möglichkeiten, Konflikte gewaltfrei zu lösen und Verantwortung für das eigene Verhalten zu übernehmen.

  1. „Ich bin online“ – sicher und bewusst durch die digitale Welt

Ein großer Teil des Alltags der Schülerinnen und Schüler findet inzwischen auch digital statt. Deshalb durfte die Medienprävention nicht fehlen. Dabei ging es darum, die eigene Mediennutzung zu hinterfragen, Chancen und Risiken zu erkennen und einen bewussten und verantwortungsvollen Umgang mit Smartphone und sozialen Netzwerken zu entwickeln. Denn auch im digitalen Raum gelten Regeln des respektvollen Miteinanders: Was möchte ich von mir preisgeben? Wo liegen meine Grenzen? Was kann ich tun, wenn mir etwas unangenehm ist? Die Schülerinnen und Schüler wurden darin bestärkt, auch in der digitalen Welt aufmerksam zu sein und sich bei Problemen Unterstützung zu holen.

  1. „Wenn etwas passiert“ – handeln können

Prävention bedeutet aber auch, auf Situationen vorbereitet zu sein, die man nicht planen kann. Ein Rettungssanitäter gab den Schülerinnen und Schülern deshalb einen Einblick in seine Arbeit und zeigte ganz praktisch, wie wichtig es sein kann, in einem Notfall ruhig zu bleiben und zu helfen. Dabei wurde zum Beispiel die stabile Seitenlage nicht nur erklärt, sondern aktiv selbst ausprobiert.

Auch der Besuch der Zollbeamten bot einen Blick in einen Bereich, mit dem viele Kinder bereits im Alltag unbewusst Berührung haben. Dabei wurde direkt an eine Urlaubsreise mit dem Flugzeug gedacht. Anschaulich und sehr praktisch wurde vermittelt, welche Aufgaben der Zoll übernimmt und warum seine Arbeit für unsere Gesellschaft eine wichtige Rolle spielt.

  1. „Alle Gefühle sind wichtig und richtig“

Das auch Gefühle einen wichtigen Platz in der Prävention haben, zeigte sich in den Präventionseinheiten, in denen die Schülerinnen und Schüler der Frage nachgegangen sind: „Wann fühle ich mich in meiner Klasse wohl und wann nicht so gut?“.

Zudem wurde gemeinsam der Film „Alles steht Kopf“ angesehen. Die Schülerinnen und Schüler begleiteten die verschiedenen Emotionen durch die Geschichte und konnten anschließend ihr Wissen bei einem Rätsel unter Beweis stellen. Dabei wurde deutlich: Freude, Wut, Angst, Traurigkeit, Kummer, Ekel, Scham, Langweile, Zweifel, Peinlichkeit und Neid gehören alle zu uns. Entscheidend ist nicht, unangenehme Gefühle einfach loszuwerden, sondern sie wahrzunehmen und mit ihnen umzugehen.

Zwischen all den Gesprächen, Übungen und neuen Erfahrungen durfte natürlich auch das gemeinsame Spielen nicht fehlen. Für die gesamte Schülerschaft standen ausgeliehene Schulhofspiele zur Verfügung.

Was braucht es also, um sich in der Schule sicher und wohl zu fühlen? Die Präventionswoche hat darauf viele Antworten gefunden. Es braucht Wissen, Mut und die Fähigkeit, Hilfe zu holen. Es braucht Selbstvertrauen und einen achtsamen Umgang mit den eigenen Grenzen. Es braucht Menschen, die zuhören und Menschen, die hinschauen. Und manchmal braucht es auch ein Kompliment und ein gemeinsames Spiel.

Nach mittlerweile vier Präventionswochen zeigt sich dabei vor allem eins: Prävention ist kein einzelner Projekttag und keine Unterrichtseinheit. Sie ist ein wichtiger Teil des gemeinsamen Schullebens – und sie beginnt oft mit kleinen Dingen, die im Alltag einen großen Unterschied machen können.

Daher ist es wichtig, dass die Schulsozialarbeiterin weiterhin über das gesamte Schuljahr verteilt, die Präventionsthemen regelmäßig aufgreift und nach aktuellen, individuellen Bedarfen mit den einzelnen Klassen daran weiterarbeitet.

Vielen Dank an alle Beteiligten, welche die Präventionswoche auch in diesem Jahr wieder unterstützt, begleitet und bereichert haben!

Schulsozialarbeit an der Grundschule „Albrecht Dürer“ in Trägerschaft der Lebenshilfe Stollberg gGmbH. Finanziert durch die Stadt Stollberg.

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