Schulsozialarbeit in den Sommerferien 2026: Beziehungsarbeit und soziales Lernen in einem anderen Rahmen

Auch in den Sommerferien 2026 setzten die Schulsozialarbeiterinnen des Carl‑von‑Bach‑Gymnasiums Stollberg und der Altstadtschule Stollberg ihre sozialpädagogische Arbeit fort; in einem Format, das sich bewusst vom schulischen Alltag unterscheidet. Ziel des gemeinsamen Ferienangebots war es, den Kindern und Jugendlichen einen niedrigschwelligen, freiwilligen und für alle zugänglichen Rahmen zu bieten, in dem soziales Lernen, Beziehungsaufbau und Partizipation im Vordergrund standen. Die Woche richtete sich ausdrücklich an alle Schülerinnen und Schüler beider Schulen, unabhängig von familiärer oder finanzieller Situation, und folgte damit dem Grundsatz der Chancengleichheit.
Der außerschulische Kontext ermöglichte es den Fachkräften, Beziehungen zu den Teilnehmenden auf einer Ebene zu vertiefen, die im Schulalltag durch feste Strukturen und Rollen oft begrenzt ist. Diese vertrauensvollen Beziehungen bilden eine wesentliche Ressource für die weitere Begleitung der Kinder und Jugendlichen im kommenden Schuljahr.

Der Wochenauftakt führte die Gruppe in den modernen Milchviehstall in Beutha, wo die Teilnehmenden die Arbeitsweise eines Melkroboters und die Organisation betrieblicher Abläufe kennenlernten. Der Umgang mit den Kälbern eröffnete einen unmittelbaren, sinnlichen Zugang zur Lebenswelt der Tiere. Auf dem anschließend besuchten Hof von Bauer Lemke erhielten die Kinder und Jugendlichen Einblicke in die Honiggewinnung und die dazugehörigen Arbeitsschritte, wodurch praktisches Sachwissen und ein Verständnis für ökologische Zusammenhänge vermittelt wurden.
Ein weiterer Programmpunkt war der gemeinsame Ausflug nach Chemnitz, der mit der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel verbunden war und im Besuch des Kinos „Roter Turm“ mündete. Dadurch erhielten die Teilnehmenden die Möglichkeit, an einem kulturellen Angebot teilzunehmen und gesellschaftliche Teilhabe zu erleben.

Trotz wechselhafter Witterung fand auch der Besuch des Freibads Jahnsdorf statt. Der flexible Umgang mit Regen und Sonnenschein erforderte von der Gruppe Anpassungsfähigkeit und stärkte nebenbei die Frustrationstoleranz. Gleichzeitig bot die gemeinsame Zeit beim Spielen, Schwimmen und Bewegen vielfältige Gelegenheiten für Gruppenerleben und informelles soziales Lernen.
Am Walkteich entstanden unter Anleitung der Künstlerin Antje Ludwig eigene Kunstwerke, die den Kindern und Jugendlichen Raum für individuellen Ausdruck und ästhetische Erfahrung gaben. Der angrenzende Spielplatz sowie ein gemeinsames Picknick ergänzten den Tag um lockere Bewegungs‑ und Gemeinschaftsmomente.

Zum Abschluss der Woche besuchte die Gruppe die Alpakas bei Frau Grüneberger in Stollberg. Die eigenständige Herstellung von Kräuterbadesalz, Shampoo und Lotion vermittelte alltagspraktische Fertigkeiten und schärfte im Kontakt mit den Tieren das Bewusstsein für einen achtsamen Umgang mit der Natur.

Insgesamt bot die Ferienwoche den Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, in einem entspannten, außerschulischen Rahmen neue Erfahrungen zu sammeln, soziale Kompetenzen zu erproben und tragfähige Beziehungen zu den Fachkräften der Schulsozialarbeit aufzubauen. Diese Beziehungen stellen eine wichtige Ressource für die pädagogische Begleitung im kommenden Schuljahr dar, etwa bei der Unterstützung in schulischen oder sozialen Krisensituationen, bei Konflikten oder in Übergangsphasen. Das Ferienangebot versteht sich damit nicht als isolierte Freizeitmaßnahme, sondern als integraler Bestandteil der kontinuierlichen sozialpädagogischen Arbeit an beiden Schulen.

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